Anders glücklich X.0
Vor etwa einem halben Jahr hat mich - oder vielmehr meinen Computer - ein bösartiger Virus heimgesucht, der letztlich dafür gesorgt hat, dass Anders glücklich monatelang offline war. Leider war ich und auch mein Lieblingsadmin beruflich so eingespannt, dass wir uns diesem komplexen Problem lange nicht wirklich widmen konnten. Nun haben wir es endlich geschafft und die Website liegt sicher auf unserem eigenen Server und läuft mit einer Software, die weniger angreifbar ist, als das frühere WordPress.
Und wie schon so oft, habe ich auch in jener Zeit darüber nachgedacht, ob ich Anders glücklich überhaupt fortführen will und wenn ja, wie. Nicht zuletzt, weil mir bewusst wurde, wie verletzlich eine solche Website sein kann und wie persönlich die Informationen, die ich hier teilte.
Das neue Anders glücklich wird nicht unbedingt weniger persönlich, aber den Schwerpunkt möchte ich etwas verlagern. Es wird weniger Details zu Lenchen und unserem Pflegealltag geben, dafür mehr Einblicke in meine Gefühlswelt als pflegende Mama und meinen Weg zu mehr Selbstfürsorge. Und der Fokus liegt klar auf meinen bei euch so beliebten Bildern und Texten, denn das ist auch das, was mir am meisten Spaß macht. Als ich Anders glücklich startete, brannte ich für die Idee, Lenchens Geschichten aufzuschreiben und die Bilder dazu zu malen, ein Kinderbuch daraus zu machen.
Anders glücklich startete als Lenchens Blog, in dem ich mit ihrer (fiktiven) Stimme aus unserem Alltag erzähle, begleitet von meinen mittlerweile ikonischen Illustrationen. Irgendwann folgte ein Make-over mit einer neu gestalteten Website, Markenfarben und einem professionellen Logo. Es gab ein Online-Magazin und viele weitere Ideen für Angebote für pflegende Eltern, z.B. eine Community. Ich wollte Anders glücklich zu etwas Großem machen, einem Projekt für viele, das aufklärt und sich engagiert für Sichtbarkeit, Inklusion und mehr Resilienz und ein glücklicheres Leben für andere pflegende Eltern. Mich selbst habe ich indes immer weniger in der Rolle gesehen, die ich mir selbst zugewiesen hatte. Irgendwann habe ich nur noch gefragt, was andere von mir erwarten und sich wünschen - nicht mehr, was ich eigentlich will.
Das ist aber immer das Erste, was man sich fragen sollte. "Wenn Sie die Arbeit tun, die Sie lieben, dann machen Sie auch der Welt ein Geschenk damit", schreibt Barbara Sher in ihrem Buch "Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, das ich will", das ich dir sehr empfehlen kann. Als ich Anders glücklich startete, brannte ich für die Idee, Lenchens Geschichten aufzuschreiben und die Bilder dazu zu malen, ein Kinderbuch daraus zu machen.
Dass dieser Blog und dieses Buch so vielen Menschen - großen und kleinen - so viel gab und gibt, dass sich Kinder darin wiederfinden und es die Themen Behinderung und Inklusion auch Menschen näher gebracht hat, die vorher kaum Berührungspunkte damit hatten, ist eine wunderbare Entwicklung, die nicht geplant war, weil ich damit in diesem Ausmaß überhaupt nicht rechnen konnte.
Wenn ich also jetzt zu diesen Wurzeln von Anders glücklich zurückkehre, mich wieder aufs Schreiben und Malen besinne, über uns, über mich und meine Innenwelt als pflegende Mutter, heißt das nicht, dass sich die Ziele für Anders glücklich geändert haben, sondern dass ich meinen Weg gehe, um die Welt auf meine Art zu einem besseren - oder auf jeden Fall bunteren Ort zu machen.